OVB Vermögensberatung Erfahrungen

#1 von OVB Erfahrungen ( Gast ) , 01.09.2016 12:30

Dann möchte ich mal den Anfang machen und über meine unangenehmen Erfahrungen berichten:
Es handelt sich bei diesem Unternehmen um einen klassischen Strukturvertrieb, bei dem man OHNE Kundenstamm als Finanzberater anfängt. Aus diesem Grund wird man in den ersten Wochen in großen Seminaren schnell fit gemacht mit den gängigsten Versicherungsprodukten, die gute Provisionen abwerfen: Riester, Rürup & Co.
Mann könnte theoretisch alle Produkte des Versicherungs- und Finanzsektors anbieten. Von Sachversicherungen bis Lebensversicherungen, von Bausparverträgen bis Fondssparplänen aber in der Praxis wird dieser Vorteil kaum ausgelebt, da die meisten Produkte nur geringe Provision abwerfen und somit für den Vertriebler, der ohnehin nur einen kleinen Teil der Provision erhält, nicht in Frage kommen. Ein kleiner Teil von wenig ist leider nun mal so gut wie nichts, und von nichts kann man die Miete nicht bezahlen. Daher ist das Kerngeschäft der OVB das Lebensversicherungsgeschäft, insbesondere in der fondsgebundenen Variante. Diese sind zwar an und für sich keine schlechten Produkte, allerdings für viele Kundentypen wegen der Kostenstruktur, Anlagedauer und des Veranlagungsrisikos nicht geeignet. Leider wird auch diesen Kunden in der Regel eine Lebensversicherung aufgeschwatzt, ohne auf die vorhandenen Nachteile einzugehen.

Im ersten Schritt wird mit Hilfe eines Fragebogens die Kundensituation analysiert und nach erfolgter Auswertung einige Tage später das Konzept erklärt und "durchgedrückt". Allerdings dient die Analyse meist nur dazu, dem Kunden zu erklären, wieso er eine fondsgebundene Lebensversicherung (FLV) braucht, um diese einige Tage später bei der Beratung leichter verkaufen zu können. Dabei werden dem Kunden zwar verschiedene Konzepte gezeigt, aber fast immer eine FLV als dazugehöriges Produkt. Da Nachteile konsequent verschwiegen werden und das Produkt in den Himmel gelobt wird, kommt beim Kunden später oft die Ernüchterung und das anschließende Storno.

Als Selbstständiger verdient man bei der OVB kein Fixum und lebt rein von der Abschlussprovision, wodurch die unteren Mitarbeiterebenen (Trainees) oft aus dem letzten Loch pfeifen. Bestandprovision für laufende Verträge, die im Versicherungsgeschäft gerade bei Sachversicherungen den Aufbau eines monatlichen Fixums ermöglicht, wird bei der OVB erst für die zweite Führungsposition (Bezirksleiter) bezahlt. Dieser erhält sie im gleichen Anteil wie die Abschlussprovision, dafür gleich für die Leistung all seiner Mitarbeiter.

Die jungen neuen Mitarbeiter unten in der Struktur stehen konstant unter Abschlussdruck, denn auch hier ist die Provision nicht gerade berauschend. Man erhält anfangs nur 10 % der Gesamtprovision und kann dies in dieser Position auf 30 % steigern; die höchste Führungsposition (Landesdirektor) erhält 60 %. Das bedeutet, dass sich die OVB als Konzern 40 % aller Einnahmen einbehält! Und das in einem Unternehmen, in dem alle Bürokosten etc. von den selbstständigen Mitarbeitern und Führungskräften getragen werden. Im Starterseminar kommt der Guro dann höchstpersönlich vorbei und erklärt, dass die OVB in vielen Regionen der Welt agiert und nun noch mitten in unserer Stadt eine Niederlassung gründen will. Er erzählt sehr charismatisch (Verkäufer halt) und meint, wie toll doch die OVB ist und wie toll man doch Geld verdienen KANN, wenn man für die arbeitet. Man startet mit wenig Geld und kann sich allerdings nach nur drei Monaten schon so hoch arbeiten ;-) dass man über 1300 Euro hat und es geht weiter. Nach zehn Monaten wird es noch mehr und mehr und mehr ;-) Ist klar... Vielen wird am Anfang die Tätigkeit als "ANALYST" angeboten. Diese sind eigentlich nur Datenerfasser bei Ihrem Bekanntenkreis, um deren "Daten" aufzunehmen und zu schauen wo es eine Versorgungslücke gibt, sprich welche Versicherungen man dort noch verticken und/oder umdecken kann.

Da man OHNE Kundenstamm arbeitet, muss man aber erstmal Freunde und Bekannte auf eine Liste schreiben und die dann systematisch abtelefonieren und Termine mit Ihnen vereinbaren, um ihnen zusammen mit einem "Branchenerfahrenen Kollegen" dann provisionsreiche teuere Lebensversicherungen zu verkaufen. Wenn der Bekanntenkreis abgegrast ist, muss man weitere neue Mitarbeiter gewinnen für seine Struktur. Da das bei den meisten nicht klappt, weil heutzutage keiner mehr Lust hat nur für Andere zu "kloppen", profitiert die OVB am meisten:
Alle Freunde und Bekannte des FInanzberaters sind verarztet worden mit Lebensversicherungen.
Der Berater hat dafür kaum etwas an Provision bekommen (10%) , dafür aber alle Struktur Vertreter über ihn.
Und der Finanzberater steht am Ende OHNE Job und OHNE Freunde da.


Ich habe mich oft gefragt, was aus dem ganzen Geld wird. Klar, man muss ein paar Angestellte in der Hauptverwaltung finanzieren, dazu ein paar Wettbewerbe und Incentives zur Mitarbeitermotivation veranstalten und Aktionäre versorgen, Aber bei einem Provisionsgewinn von 800.000 € Abschlussprovision, den sich die OVB jedes Monat (plus Bestandsprovision) einbehält, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, was aus dem Geld wird.

Mein Rat: Finger weg von diesem Schneeball Struktur Vertrieb, der seine selbstständigen HGB §84 Mitarbeiter in den finanziellen Ruin treibt und
Mach niemals Geschäfte mit sehr guten Freunden, die dir wichtig sind, wenn du sie nicht verlieren willst.


OVB Erfahrungen

RE: OVB Vermögensberatung Erfahrungen

#2 von No-Future-Kandidaten ( Gast ) , 01.09.2016 12:49

Mein OVB Fazit nach einem Jahr Zugehörigkeit: Ausgequetscht, ausgesaugt und weggeworfen.

Habe 1,5 Jahre in dem Laden gearbeitet als selbstständige Analystin Kundenbetreuung Datenverarbeitung Hauptberuflich mit angeblichem IHK Abschluß, von dem ich nie was gesehen habe. Der Titel klingt erst mal vielversprechend aber es ist eine schön umformte Bezeichnung für Datensammelerin und Versicherungsvertreterin im Bekanntenkreis: Habe Freunde und Bekannte als Kunden gewonnen und dafür im Durchschnitt monatlich nur mickrige 300 bis 500€ verdient. Bei jeder Schulung werden hauptsächlich die Produkte der 3 Hauptpartner geschult oder vorgestellt, und ständig Verkaufsansätze geschult, wie man diese am besten beim Kunden verkauft. In den ständigen Seminaren sitzt man mit vielen "No-Future-Kandidaten" zusammen, um sich den nächsten Brainwash anzuhören wie erfolgreich und reich man doch werden kann wie bei einer Sekte. Nach einem Jahr bin ich von mir aus gegangen, weil ich die Schnautze endgültig voll hatte. Circa ein halbes Jahr später kamen dann auf einmal Provisionsrückforderungen in Höhe von 3.000€ per Post - Sprich die Firma will 3.000 Euro bei mir einklagen!



No-Future-Kandidaten
zuletzt bearbeitet 02.09.2016 17:43 | Top

RE: OVB Vermögensberatung Erfahrungen

#3 von Gast , 03.09.2016 13:51

So sieht bei der OVB das Schulungsszenario für Adressen- und Datensammler aus:
„Sagen Sie, haben Sie eigentlich ein Handy?“ Ja, klar. „Wie viele Personen haben Sie darin gespeichert?“ So rund 100. „Frau/Herr..., suchen Sie sich die Personen aus, die auch Geschenke vom Staat bekommen möchten. Mit wem wollen Sie anfangen?“ Anne Berger. Das ist eine gute Freundin von mir. „Ok perfekt, wie lautet die Nummer?“

Und so die Lockvogel Stellenausschreibungen:
Sekretär/-in, Bürokaufleute, Industriekaufleute, Wirtschaftsassistent/-in in mehreren Anzeigen ausgeschrieben.
In Wirklichkeit werden selbstständige Vertriebsmitarbeiter gesucht, die wiederum Ihren Bekanntenkreis als Kunde und Vermittler anwerben sollen



RE: OVB Vermögensberatung Erfahrungen

#4 von Gast , 25.12.2016 01:18

Bekommt man denn mittlerweile eine monatliche feste Garantie Zahlung bzw. Fixum und/oder alternativ einen festen Kundenstamm bei der ovb - wenigstens in der anfangs Phase ?

Was sollte sonst für mich der Vorteil sein bei der OVB anzufangen und nicht zu einem Versicherer als Ausschließlichkeits Vertreter ?!



RE: OVB Vermögensberatung Erfahrungen

#5 von Gast , 06.01.2017 13:26



Quelle: Youtube
Sie werben damit unabhängig von Banken und Versicherungen zu beraten. Wir wollten's wissen und machen eine Stichprobe bei der AWD, Deutsche Vermögensberatung, OVB, tecis und MLP.



RE: OVB Vermögensberatung Erfahrungen

#6 von Gast ( Gast ) , 07.11.2017 19:14

Ich war auch mal bei denen, bin bis zum Final Advisor hoch gekommen... ist aber alles nur Schrott bei denen... habe mehr an die zurück gezahlt als was ich verdient habe. Bin nun endlich aus den 5Jahren raus. Nun können diese Verbrecher nichts mehr von mir bekommen... ich würde da die finger weg lassen, locken einen mit tollen Veranstaltungen wo man eingeladen wird... sind echt cool aber das war es dann auch schon... du Verdienst 50 cent Provision und der oben weit über dir 5€ .... zumal dazwischen auch noch viele andere Stufen sind....


Gast

RE: OVB Vermögensberatung Erfahrungen

#7 von Ehemaliger ( Gast ) , 10.01.2018 00:33

Nach so vielen negativen „Erfahrungsberichten“ (bei einigen bezweifle ich stark, dass sie jemals für die OVB gearbeitet haben) möchte ich meine Erfahrung weitergeben.
Ich habe im Juni 2015 als Nebenberufler (ich war Student) gestartet und habe von vorne herein mit meiner Führunfskraft vereinbart, dass ich keine Freunde/Bekannte auf einen Analyse-Termin anspreche. Daraufhin wurde mit mir eine Art Strategie zur Potenzialbeschaffung entwickelt, wie ich mir einen Kundenstamm aufbauen kann ohne auf Bekannte Kontakte zurückzugreifen. Dann wurde ich vier Wochen durch verschiedene Produktpartner und interne Ausbilder geschult bevor ich überhaupt starten dürfte Termine zu legen und habe nach 6 Monaten sogar eine IHK-Prüfung (mit Erfolg) abgelegt, damit ich selbst beraten durfte. Ich hatte niemals den Eindruck einen Kunden über den Tisch zu ziehen, sondern er wurde in allen! Belangen ordentlich sowie ausführlich beraten. Außerdem hat man als Mehrfachvermittler bei der OVB mehr als 60 Produktpartner zur Auswahl und nicht wie in einem Kommentar geschrieben nur 2-3!
Ich habe mit einem Zeitaufwand (inkl. Schulungen) von ca. 6-8 Stunden in der Woche ca. 1.200€ Im Monat verdient. Einen solchen Versienst hatte ich vorher als Kellner und Paketfahrer bei weitem nicht!
Nach meinem Studium habe ich aufgehört dort zu arbeiten, da ich nicht aus dem Holz geschnitzt bin selbst eine gute Führungskraft im Vertrieb abzugeben.
Fazit für mich: wenn man eine gute Führungskraft hat und bereit ist sich fortzubilden, bekommt man eine sehr gute Leistungsvergütung für wenig Aufwand!


Ehemaliger

   

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