Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten

#1 von Gast , 01.09.2017 20:21

Brauche ich als Student bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Diese frage geht vielen Studenten als Erstes durch den Kopf wenn Sie sich mit dem Thema BU auseinandersetzen. Die Verbraucherzentrale hat speziell für Studenten untersucht welche Policen bereits im Studium unerlässlich sind und die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt definitiv dazu: "Wichtig für Studenten ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Studenten und junge Arbeitnehmer, die durch Krankheit oder Unfall nicht mehr in der Lage sind zu arbeiten, erhalten meist keine gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert den eigenen Lebensunterhalt. Je jünger man in die Versicherung einsteigt, umso günstiger sind die Prämien. Das Studium ist ein guter Zeitpunkt, eine solche Versicherung abzuschließen, sofern man die Versicherungsbeiträge bezahlen kann. Es bestehen gute Chancen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit vorteilhaften Bedingungen und niedriger Prämie abzuschließen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist umso günstiger, je früher sie im Leben abgeschlossen wird. Das liegt daran, dass junge Menschen, ob Student oder schon berufstätig, rein statistisch mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit berufsunfähig werden. Die Gesundheitsprüfung fällt in der Regel deutlich positiver aus, als bei Menschen mittleren Alters, die schon unter ersten Wehwehchen oder chronischen Erkrankungen leiden". (Quelle: Verbraucherzentrale 05.10.2016).

Da man im Internet zwar zahlreiche Informationen über die Vorteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung findet, aber keine konkreten Hinweise erhält wie man erfolgreich einen solchen Vertrag abschließt, sodass er im Leistungsfall auch wirklich leistet, empfehlen wir unbedingt folgende Vorgehensweise beim Vergleichen und Beantragen einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu befolgen!:

• 1. Fordert als allererstes bei eurem Hausarzt (ggf. zusätzlich beim behandelnden Facharzt) einen vollständigen Arztbericht der letzten 10 Jahre an, da man im Antrag zahlreiche Gesundheitsfragen ehrlich und vollständig beantworten muss, die sich auf die letzten 5 bis 10 Jahre beziehen. Dadurch wird dem Versicherer nichts verschwiegen. Eine Ablehnung der BU-Leistung kann in der Regel dadurch vermieden werden, dass man bei der Antragsstellung jede Risiko- und Gesundheitsfrage korrekt und vollständig beantwortet. Bei dieser Vorgehensweise ist man auf der sicheren Seite wenn man einen berechtigten Anspruch auf Leistungen aus seinem Vertrag hat.

• 2. Zahlreiche Versicherer arbeiten mit einer Art "Schufa für Gesundheitsdaten", in der Angaben zum Gesundheitszustand des Antragsstellers gespeichert werden. Dieses Hinweis- und Informationssystem (HIS) der deutschen Versicherungswirtschaft soll nur das nötigste an Informationen über mich erfahren. Wenn man also bereits erste gesundheitliche Beschwerden hatte (z.B. Allergie, Asthma, Depressionen, Knochenbrüche etc.) stellt man zuerst eine (anonyme) Risiko-Voranfrage bei den gewünschten Versicherern, um zu prüfen welche Gesellschaft einen zu welchen Konditionen aufnehmen würde. Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass die Antworten und Gesundheitsangaben einer (anonymen) Voranfrage NICHT gespeichert werden dürfen. Nachdem man bei 5 Versicherern eine entsprechende Voranfrage gestellt hat, kann man die Ergebnisse vergleichen und anhand derer eine finale Entscheidung für den Wunsch BU-Versicherer treffen.

• 3. Vergleicht unbedingt die Versicherungsbedingungen, bevor ihr einen BU-Antrag stellt. Das wichtigste sind und bleiben sehr gute Versicherungsbedingungen. Die wohl wichtigsten Kriterien im Studium sind der Verzicht auf die abstrakte Verweisung, sowohl bei der Erstprüfung als auch bei der Nachprüfung, die Nachversicherungsgarantie und der Verzicht auf eine Studentenklausel. Unten findet ihr weitere wichtige Versicherungsbedingungen, die eine sehr gute BU beinhalten sollte:

Welche Kriterien sollte eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung Police für Studenten unbedingt erfüllen?

• Nachversicherungsgarantie
Studenten sollten grundsätzlich darauf achten einen Tarif zu wählen, der ihnen umfassende Ausbaugarantien nach dem Studium gewährleistet. So ist man nicht gezwungen eine zu hohe BU-Rente bereits im Studium abzuschließen. Dadurch erspart man sich in der Studentenzeit, in der man in der Regel noch kein hohes, regelmäßiges Einkommen bezieht, eine zu hohe finanzielle Belastung. Sobald man in den Beruf eingestiegen ist, kann man dann ohne erneute Gesundheitsprüfung die BU-Rente auf idealerweise rund 80% des Netto Einkommens erhöhen. "Unterschiedlicher Qualität sind teilweise die Bedingungen für die Zeit nach dem Studium. Stichwort hierfür ist etwa die sogenannte Nachversicherungsgarantie. Achten Sie darauf, dass die Rente nachträglich bei Berufseinstieg, Heirat, Berufswechsel etc. ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden kann. Versicherungen bezeichnen dies als Nachversicherungs- oder Ausbaugarantie. Eine Erhöhung ist z. B. bei Heirat möglich oder bei einem Einkommenssprung im Beruf. Sollte der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht möglich sein, kann über eine Unfallversicherung nachgedacht werden. Die Unfallversicherung ist kein Ersatz, da nur im Fall einer dauerhaften Invalidität durch Unfall, nicht aber bei Krankheit gezahlt wird" (Quelle: Verbraucherzentrale 05.10.2016).

• Verzicht auf abstrakte Verweisung bei Studenten
Wichtig ist es zu prüfen, ob der BU-Tarif auf eine abstrakte Verweisung auch bei Schülern, Studenten und Azubis verzichtet. Wie oben bereits erwähnt erkennen gute BU Policen die Tätigkeit als Schüler oder Student in den Versicherungsbedingungen bereits als Beruf an und sind dadurch bei diesen "Berufen" genauso zur Zahlung verpflichtet wie bei einem regulären angestellten Arbeitnehmer. Gut ist außerdem, wenn für Studenten, die sich in der zweiten Hälfte der gesetzlich vorgesehenen Studienzeit befinden, bereits, die mit dem Studium angestrebte Lebensstellung, die normalerweise mit erfolgreichem Abschluss des Studiums erreicht wird, berücksichtigt wird. Sowohl hinsichtlich der Vergütung als auch der sozialen Wertschätzung. Gilt zudem der Verzicht auf die abstrakte Verweisung nur in der ersten Prüfung auf Berufsunfähigkeit, oder auch bei den später anschließenden Nachprüfungen?

• Verzichtet der Versicherer auf eine "Studentenklausel" oder auf andere Einschränkungen für Schüler oder Studenten?
Manche BU Angebote für Studenten sind mit nachteiligen Klauseln (z.B. Studentenklausel) versehen, die den Versicherungsschutz während des Studiums erheblich einschränken. z.B. verzichten manche Versicherer erst dann auf die abstrakte Verweisbarkeit wenn die Hälfte der Regelstudienzeit absolviert ist und diese auf der anderen Seite auch nicht mehr als 5 Fachsemester überschritten wird. Solche Tarife sollten möglichst nicht ausgewählt werden. Durch die sogenannte "Studentenklausel" reduziert sich der Versicherungsschutz bis zum Abschluss des Studiums auf einen Mindestschutz gegen Erwerbsunfähigkeit. In diesem Fall wird die Versicherung nur dann die vereinbarte Rente zahlen, wenn der Student erwerbsunfähig geworden ist. Bei Tarifen mit der Studentenklausel erhalten Studenten also nur dann Leistungen, wenn sie überhaupt nicht mehr arbeiten und gar keinen Beruf mehr ausüben können. Liegt noch keine Erwerbsunfähigkeit vor, wird die Versicherung von ihrem Verweisungsrecht in einen beliebigen anderen Beruf Gebrauch machen. Man sollte also unbedingt darauf achten während der Studienzeit nur solche BU-Verträge abzuschließen, die die Studentenklausel nicht beinhalten! Nur so kann man sicher gehen, dass man bereits im Studium das Recht auf vollen BU-Schutz ohne Einschränkungen hat.

Das folgende Video erläutert warum es existentiell wichtig ist eine BU zu wählen, die keine einschränkende Studentenklausel beinhaltet:



• Verzicht auf Kündigung bzw. Vertragsanpassung bei unverschuldeter Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht
Nach § 19 des Versicherungsvertragsgesetzes hat der Versicherer das Recht zur Kündigung oder Beitragsanpassung, wenn sich nach Vertragsabschluss herausstellt, dass bereits bei Vertragsbeginn ein erhöhtes Risiko vorlag, das keiner der beiden Vertragsparteien bekannt war und das deswegen auch schuldlos vom Antragsteller nicht angegeben wurde. Doch bei den meisten, aktuell angebotenen Tarifen wird sowohl auf das Recht der Kündigung als auch auf das Recht der Beitragsanpassung verzichtet. Und da niemand weiß, welche Krankheiten sich schon unbemerkt im Körper entfaltet – aber noch keine Beschwerden verursacht – haben, halten wir diesen Verzicht für außerordentlich wichtig!

• Verkürzung des Prognosezeitraums auf 6 Monate
Laut der Definition aus dem Versicherungsvertragsgesetz muss die versicherte Person „voraussichtlich auf Dauer“ (d.h. also laut Rechtsprechung mindestens 3 Jahre) außerstande sein, ihren Beruf auszuüben. Scheut sich der Arzt, eine solch langfristige Prognose abzugeben, wäre die Versicherungsgesellschaft zu keiner Leistung verpflichtet. Die meisten Gesellschaften bieten aber inzwischen auch Tarife mit verkürztem Prognosezeitraum von 6 Monaten an. Um nicht auf die langfristige Prognose des zuständigen Arztes angewiesen zu sein, sollte man immer auf den verkürzten Prognosezeitraum achten!

• BU-Prozessquote und BU-Leistungsquote: Wie kulant zeigt sich die Versicherung im Schadensfall und wie aussagekräftig sind diese Quoten?.
Es ist wichtig, dass bevor man den BU Antrag ausfüllt erst bei seinem Hausarzt einen vollständigen Arztbericht anfordert, sodass man die Fragen im Antrag vollständig und wahrheitsgemäß beantworten kann. Den Arztbericht kann man dem Antrag bei Bedarf sogar beilegen. Dadurch wird dem Versicherer nichts verschwiegen. Eine Ablehnung der BU-Leistung kann in der Regel dadurch vermieden werden, dass man bei der Antragsstellung jede Risiko- und Gesundheitsfrage korrekt und vollständig beantwortet. Bei dieser Vorgehensweise ist man auf der sicheren Seite wenn man einen berechtigten Anspruch auf Leistungen aus seiner BU hat. Ablehnungen seitens der Versicherungen kommen laut zu fast 20 % aufgrund von unvollständig und/oder unwahrheitsgemäß ausgefüllten Gesundheitsfragebögen und wegen Betrugsversuchen zu Stande. Bei den Ratingagenturen fließt diese Kennzahl nur zu einem geringen Anteil in die Gesamtbewertung mit ein, da die reine Prozessquote in vielen Fällen keine Auskunft darüber gibt, ob ein Gerichtsprozess zu Recht oder zu Unrecht geführt wurde.

• Erhalte ich trotzdem auch Geld aus der Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn die gesetzliche Rentenversicherung mich als erwerbsgemindert anerkennt?
Berufsunfähig ist nicht gleich erwerbsunfähig: Wird eine Person von einem Träger der gesetzlichen Rentenversicherung aus medizinischen Gründen als unbefristet Erwerbsgemindert anerkannt, sind Versicherer nicht automatisch zur Zahlung einer BU-Rente verpflichtet. Das eine ist ein gesetzliche Empfehlenswert ist es also einen Tarif auszuwählen, der in den Versicherungsbedingungen bereits uneingeschränkt festlegt, dass die Versicherung bei anerkannter unbefristeter Erwerbsunfähigkeit durch den Staat automatisch zur Leistung verpflichtet ist.

• zumutbare Arztanordnungsklausel
Mit der Arztanordnungsklausel wird die versicherte Person verpflichtet, den Vorschlägen des behandelnden Arztes zur Minderung der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu folgen. Dies darf aber nicht dazu führen, dass sie jedes medizinisch mögliche Experiment über sich ergehen lassen muss, nur um ihre Mitwirkungspflicht zu erfüllen. Eine Arztanordnungsklausel ist nur zumutbar, wenn sie die Durchführung operativer und sonstiger risikobehafteter Behandlungsmaßnahmen ausdrücklich ausschließt. Zumutbar sind jedoch Forderungen zum Einsatz von Hilfsmitteln des täglichen Lebens (z.B. Verwendung von Prothesen, Seh- und Hörhilfen) sowie Heilbehandlungen, die gefahrlos und nicht mit besonderen Schmerzen verbunden sind und darüber hinaus sichere Aussicht auf Besserung des Gesundheitszustands bieten. Mittlerweile verzichten zahlreiche Versicherungsgesellschaften auf diese Klausel und lassen somit den Versicherten darüber entscheiden, welche Behandlungen er durchführen will. Wer im Falle einer Berufsunfähigkeit Diskussionen mit dem Versicherer vermeiden will, ob ärztliche Behandlungen durchgeführt werden müssen, sollte daher einen Tarif wählen, der auf dieses Klausel verzichtet.

• Rückwirkende Leistung nach 6-monatiger Berufsunfähigkeit
Nach einer sechsmonatigen ununterbrochenen Berufsunfähigkeit, die als solche nicht von Beginn an erkennbar war, gilt normalerweise die „Fortdauer dieses Zustandes“ als Berufsunfähigkeit. Die Rente würde also in diesem Fall ab dem siebten Monat gezahlt. Tarife mit verbraucherfreundlichen Versicherungsbedingungen leisten in diesen Fällen aber auch rückwirkend und zahlen somit „von Beginn an“ – Geld, das der Betroffene in dieser Situation sicherlich gut gebrauchen kann.

• Achten Sie auf den Unterscheid zwischen Dienstunfähigkeits- und Berufsunfähigkeitsversicherung
Studenten, die eine Verbeamtung oder Karriere im Öffentlichen Dienst anstreben, sollten eine Dienstunfähigkeitsversicherung oder BU mit Dienstunfähigkeitsklausel abschließen.

• Infektionsklausel
Medizinstudenten sollen eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Infektionsklausel wählen. Wenn der Arzt seinen Beruf zwar noch ausüben kann aber aufgrund einer ansteckenden Infektionskrankheit seinen Berufs nicht mehr ausüber darf, sorgt diese Klausel dafür, dass er trotz des Berufsverbotes ein Anspruch auf Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente besteht.

• Verzichtet der Versicherer auf sein Recht auf Beitragsanpassung nach § 163 VVG?

Frühzeitig die günstige Akademiker Berufsgruppe und den guten Gesundheitszustand "einloggen"

Grundsätzlich gilt, dass wer einmal in einer günstigen Berufsgruppe eingestuft ist, bei einem späteren Berufswechsel nicht mehr in die schlechtere Gruppe herabgestuft werden darf. Je besser die Berufsgruppe, desto günstiger der Beitrag für die BU. Manche Versicherungsgesellschaften bieten speziell für Akademiker bereits während des Studiums eine Einstufung in die beste und günstigste Berufsgruppe A++ an. Für manch Akademiker kann es nämlich schwer werden nach erfolgreichem Abschluss des Studiums noch so gut und günstig wie während des Studiums eingestuft zu werden.

• Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten der Naturwissenschaften
Einige Versicherungen bieten deshalb Studierenden aus gewissen Studiengängen, wie z.B. Chemie, Biologie oder Physik, an während des Studiums lebenslang in die günstigere Berufsgruppe eingestuft zu werden. So wurde unserer Erfahrung nach zum Beispiel ein Chemie Student in eine bessere Berufsgruppe eingestuft als der fertig studierte Chemielaborant , der einen Umgang mit gefährlichen, explosiven oder radioaktiven Substanzen haben könnte.

• Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten der Wirtschaftswissenschaften
Ähnliches kann für den Wiwi Studenten gelten. Während des Studiums wird man in die günstigste Berufsgruppe eingestuft. Sollte man nach absolviertem Studium aber als Unternehmensberater mit hoher Reisetätigkeit eine BU beantragen, verlangen die meisten Versicherer einen Beitragszuschlag oder stufen einen in eine schlechtere, teurere Berufsgruppe ein. Zum Teil gibt es auch BU-Angebote mit deutlich weniger Gesundheitsfragen für Studenten unter 30.

Kann man denn überhaupt im Studium berufsunfähig werden?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung springt dann ein, wenn man seinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlich Gründen zu mindestens 50% nicht mehr ausüben kann. Gute BU Policen erkennen die Tätigkeit als Schüler oder Student in den Versicherungsbedingungen als Beruf an und sind dadurch bei diesen "Berufen" genauso zur Zahlung verpflichtet wie bei einem regulären angestellten Arbeitnehmer. Der Versicherte erhält dann einen festen monatlichen Geldbetrag für seinen Lebensunterhalt. Das heißt aber noch nicht, dass der Erkrankte gar nicht mehr arbeitsfähig ist. z.B.: Ein Student der Sport- und Medienwissenschaften, der Sportreporter werden will und aufgrund von Belastungsstörungen keine regelmäßigen Reisen oder Nachtschichten beim Fernsehsender absolvieren darf, wäre trotzdem in der Lage, einen kaufmännischen Job im Büro auszuüben. Weil ihm dafür aber die Qualifikation fehlt, braucht er mehr Zeit für eine zusätzliche neue Ausbildung. Indem er Zahlungen aus seiner Berufsunfähigkeitsversicherung erhält, hat er die Freiheit, ein neues Studium oder eine kaufmännischen Ausbildung aufzunehmen. Den gewünschten stressigen Beruf als Reporter kann er vielleicht nicht ergreifen – aber dafür viele andere. Er muss sich nur neu orientieren. Weil Umsatteln Zeit und Geld kostet, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung, die in dieser Zeit Zahlungen leistet, bis der Erkrankte wieder auf eigenen Beinen stehen kann, eine große Stütze.


Als Einstieg in das komplexe Thema erst mal ein Video, welches erklärt ob eine private Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist:



• Selbständige BU besser als Kombi Produkt
"Vorsicht bei Angeboten, die den Schutz vor Berufsunfähigkeit mit einer Altersversorgung kombinieren. Bei diesen Kombi-Produkten wird die Versicherung gegen eine Berufsunfähigkeit mit Produkten zur Altersvorsorge in ein Paket gesteckt - etwa mit klassischen oder auch fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen. In solchen Fällen ist der Berufsunfähigkeitsschutz in der Regel eine Zusatzversicherung zum Altersvorsorgeprodukt. Problem dabei: Oftmals können die Beiträge für diese teuren Kombi-Produkte nicht dauerhaft aufgebracht werden. Gründe hierfür können zum Beispiel spätere Arbeitslosigkeit, geringeres Einkommen, Kinder, Scheidung oder Krankheit sein. Muss aber die Altersvorsorge aufgegeben werden, erlischt bei Kombi-Produkten zugleich auch der Schutz gegen Berufsunfähigkeit. Wer später vielleicht wieder eine neue Versicherung abschließen möchte, wird dann wegen seines fortgeschrittenen Alters und eventueller zwischenzeitlicher Erkrankungen möglicherweise gar keinen Schutz mehr bekommen oder ihn mit erheblichen Zuschlägen bezahlen müssen". (Quelle: Verbraucherzentrale 05.10.2016)
Außerdem werden Leistungen aus einer reinen BU deutlich geringer versteuert als eine Berufsunfähigkeitsrente aus einem Kombi-Vertrag mit der Rürup Rente. Grundsätzlich gilt der allgemeine Steuerfreibetrag, bis zu dem keine Einkommensteuern anfallen. Erst wenn dieser Betrag überschritten wird, greift die Ertragsanteilsbesteuerung:

• Bei einer Leistungszahlungsdauer der Berufsunfähigkeitsrente von 1 Jahr = 0% Besteuerung
• Bei einer Leistungszahlungsdauer der Berufsunfähigkeitsrente von 5 Jahren = 5% Besteuerung
• Bei einer Leistungszahlungsdauer der Berufsunfähigkeitsrente von 10 Jahren = 12% Besteuerung
• Bei einer Leistungszahlungsdauer der Berufsunfähigkeitsrente von 20 Jahren = 21% Besteuerung
• Bei einer Leistungszahlungsdauer der Berufsunfähigkeitsrente von 30 Jahren = 30% Besteuerung

Die Besteuerung von Kombiverträgen mit Rürup hingegen erfolgenden nach den im Alterseinkünftegesetz festgelegten Steuersätzen. Unabhängig von der Laufzeit der BU-Rentenzahlung liegt der Steueranteil im Jahr 2017 bei 74%, steigend auf 100% ab dem Jahr 2040.

• Welche BU Ratings sind glaubwürdig und nutzbar?
Viele Studierende fragen uns welche Rankings man am besten nutzen kann. Es gibt zahlreiche Institute, die sich mit der Bewertung von BU Policen beschäftigen. Die ausführlichsten Ergebnisse liefern die unabhängigen Rating Agenturen "Morgen & Morgen" sowie "Franke & Bornberg". Die Häuser haben sich auf die objektive Analyse von Versicherungstarifen spezialisiert und prüfen die Policen regelmäßig auf Herz und Nieren. Im Vergleich zu den etwas oberflächlichen Tests von Finanztest verwenden die Rating Agenturen wesentlich umfangreichere Analyseverfahren und prüfen deutlich mehr Kriterien und Versicherungsbedingungen. Im aktuellen Berufsunfähigkeitsversicherung Test 2017 der Stiftung Warentest werden beispielsweise gerade mal 7 im Test sichtbare Kriterien geprüft, weitere 15 fließen unsichtbar in die Bewertung mit ein. Die Stiftung Warentest erhält von teilnehmenden Versicherungen laut unseren Informationen zwischen 7.700€ und 30.000€ für die Vermarktung des "sehr-gut" Finanztest-Siegels. Morgen & Morgen hingegen analysiert schon alleine in einem seiner 4 Teil-Ratings bereits 50 verschiedene BU-Kriterien. Die Ergebnisse und Testsieger der beiden Analysehäuser können in der Regel als gute erste Vorauswahl benutzt werden, um anschließend im Beratungsgespräch die Auswahl in Bezug auf das Studienfach (z.B. Medizin, Pharmazie, Lehramt, Chemie, Jura, Wiwi etc.) noch weiter einzugrenzen und auf die individuellen Merkmale und Bedürfnisse einzugehen.

Ist man als Student nicht über den Staat gegen Berufsunfähigkeit abgesichert?
Wenn man als Student berufsunfähig wird, hat man in der Regel noch keinen Anspruch auf die staatliche Erwerbsminderungsrente, da man noch nicht mindestens fünf Versichertenjahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat.

Ich habe bereits erste gesundheitliche Beschwerden. Bekomme ich trotzdem eine BU?
Einige Gesellschaften bieten Studenten und Young Professionals gelegentlich in bestimmten Aktionszeiträumen eine reduzierte Risikoprüfung mit deutlich vereinfachten Gesundheitsfragen an.

Individuelles kostenfreies Informationsgespräch zum Thema BU
Dieser Artikel fasst die häufigsten FAQ's und wichtigsten Punkte zum Thema BU für Studenten zusammen. Je nach Studiengang und angestrebten Studienabschluß gibt es unterschiedliche BU Empfehlungen. Es ist existentiell wichtig den richtigen Schutz zu wählen. Am besten analysiert man gemeinsam mit einem Experten die einzelnen Versicherungsbedingungen, um den passenden Tarif für sich zu finden. Hier werden interessierte Studenten, Absolventen, Berufseinsteiger und Young Professionales kostenfrei zu dem Thema informiert.



zuletzt bearbeitet 23.10.2017 14:02 | Top

   


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